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Idiopathische Epilepsie (Artikel von 2008)

Obwohl mit einer Inzidenz von 1-2% doch recht selten, ist die idiopathische Epilepsie eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen beim Hund. Die Erkrankung erfordert bei Überschreiten der der Anfallshäufigkeit eine Behandlung, da sonst die Gefahr besteht, dass es zu einer Kumulation im Status epilepticus kommt. Auf der anderen Seite ist vor jedem Therapiebeginn zu bedenken, dass die zur Verfügung stehenden Medikamente schwere Nebenwirkungen haben können. Außerdem ist für den Erfolg der Behandlung sowohl eine regelmäßige Medikamentengabe und Blutspiegelkontrolle notwendig. Dies sollte dem Patientenbesitzer vor dem Behandlungsbeginn unbedingt deutlich klar gemacht werden.

Indikationen für den Beginn einer antikonvulsiven Behandlung sind:

  • Mehr als ein Anfall alle zwei Monate
  • Einmaliger Cluster epileptischer Anfälle (> 2 Anfälle/24 h)
  • Einmaliger Status epipelticus
  • Sekundäre Epilepsie

Ziel der klassischen Medikation mittels Phenobarbital und/oder Kaliumbromid ist es, die Anfallsschwelle und damit die Anfallshäufigkeit zu reduzieren. Die Epilepsie selbst wird jedoch nicht geheilt.

Therapie mit Phenobarbital
Phenobarbital wird mit einer Anfangsdosis von 2,5 mg/kg 2x täglich gegeben. Für eine erfolgreiche Dauerbehandlung ist ein therapeutischer Phenobarbitalspiegel von 20-30 µg/ml notwendig. Dieser sollte nach etwa 10 – 14 Behandlungstagen erreicht sein. Daher sollte in diesem Zeitraum auch die erste Blutspiegelkontrolle erfolgen. Ist dieser nicht ausreichend, muss die Dosis erhöht und die Konzentration erneut kontrolliert werden.

Es ist wichtig, die Blutentnahme kurz vor der regelmäßigen Medikation vorzunehmen, da die Konzentration dann am niedrigsten und das Anfallsrisiko am größten ist. Die nächste Kontrolle erfolgt dann nach drei Monaten und weiter regelmäßig alle 6 Monate.

In diesem Abstand sollten auch Glukose, Albumin und ALAT bestimmt werden. Sind diese Werte verändert, ist es angeraten, einen Gallensäurestimulationstest zur Leberkontrolle durchzuführen.

Mit Beginn der Therapie sollten die Besitzer unbedingt auf die häufigsten Nebenwirkungen wie Polydipsie und Polyphagie hingewiesen werden. Gelegentlich tritt auch eine vorübergehende Ruhigstellung der Tiere in den ersten 2-3 Wochen ein.

Durch eine solche Behandlung mit Phenobarbital können etwa 75% der Patienten erfolgreich therapiert werden.

Therapie mit Kaliumbromid
Kaliumbromid wird in der Regel mit der Gabe von Phenobarbital kombiniert, kann aber auch alleinig gegeben werden, wenn z.B. durch eine Lebererkrankung der Einsatz von Phenobarbital kontraindiziert ist.

Die Behandlung wird mit 20 mg/kg 2x täglich begonnen. Der Blutspiegel ist hier erst nach 3 – 4 Monaten zu kontrollieren, da sich das Staty-State-Gleichgewicht auf Grund der sehr langen Halbwertszeit erst nach diesem Therapiedauer einstellt. Der Zielspiegel beträgt bei der Kombinationstherapie 1500-2000 µg/ml, wird nur Kaliumbromid verabreicht, sollte er bei 2000-3000 µg/ml liegen.

Therapie mittels Vagusschrittmacher
Vagusschrittmacher werden heut zu Tage als Alternative zu einer Medikation sowohl beim Menschen als auch beim Hund implantiert. Sie sollen über eine Desynchronisation der Hirnströme die Ausbreitung epileptischer Aktivitäten verhindern.
Links / Literatur
Flegel, T. (2008). Idiopathische Epilepsie: Einfache Medikation – Aufwendige Therapie. Vet-MedReport zum 4. Leipziger Tierärztekongress 17.-19.1.2008


Bearbeitet von:
Dr. Julia Henning
Vetion - Team

Mit freundlicher Genehmigung von Vetion.

Quelle: Vetion

 

 

 

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